Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben schon die üblichen Phrasen zum jährlichen Berufsbildungsbericht gehört. Wir teilen Ihren Enthusiasmus für die berufliche Bildung. Dazu haben wir Initiativen vorgelegt. Deutschland braucht Meister, meine Damen und Herren. Adressieren wir aber nun den Elefanten im Raum – das kann und will ich Ihnen nicht ersparen –: Die absolute Zahl Erwachsener zwischen 20 und 34 Jahren ohne formalen Berufsabschluss steigt seit dem Grenzöffnungsjahr 2015 kontinuierlich an. Nach Angaben des BIBB anhand der Daten des Mikrozensus lag die Quote der 20- bis 34-Jährigen ohne formalen Berufsabschluss, also die Ungelerntenquote, im Jahr 2021 bei 17,8 Prozent; 2020 lag sie bei 15,5 Prozent. Die Ungelerntenquote für deutsche Staatsbürger ohne Migrationshintergrund betrug im Jahr 2021 10,6 Prozent. Die Quote bei Migranten mit eigener Migrationserfahrung lag bei 38,1 Prozent. Bei solchen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, betrug sie immerhin noch 19,9 Prozent. Das sind bedeutsame Unterschiede, meine sehr verehrten Damen und Herren. Deutliche Auffälligkeiten zeichnen sich auch hier ab. Je niedriger der allgemeine Schulabschluss der Auszubildenden, desto höher die Vertragslösungsquote. Unterschiede gab es auch hier hinsichtlich der Staatsangehörigkeiten von Abbrechern. Von ausländischen Auszubildenden wurden im Durchschnitt 35,3 Prozent der Verträge vorzeitig gelöst, von deutschen Staatsangehörigen 25,5 Prozent, wobei hier der Migrationshintergrund – vielleicht vorsichtshalber – gar nicht erst ausgewiesen ist. Das wiederum ist gar nicht wirklich überraschend. Ein Zitat des Direktors des Münchner ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Professor Ludger Wößmann, von 2015 in der „Zeit“ erhellt den Zusammenhang wie folgt – ich zitiere mit Erlaubnis des Präsidiums –: Spätere Arbeitslosigkeit wird somit die Folge sein. Et voilà! Zwei Drittel der Bürgergeldbezieher in Deutschland haben heute einen Migrationshintergrund. Liebe Bürger, die Realitätsverweigerungsfraktionen hier in diesem Hohen Hause wollen das so. Wie Pisa und andere Studien zeigen, betrifft dies allerdings nicht nur Syrer. Werte Kollegen, nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass sich die zuwandernden Rohdiamanten allzu oft mit dem Förderbereich Lernen selbst nach dem Genuss des deutschen Bildungssystems als etwas völlig anderes erweisen, als Sie hier anpreisen, nämlich als Mühlsteine um den Hals unserer ehemaligen Leistungsgesellschaft und Hochkultur. Diese Menschen werden unsere Rente nicht zahlen, meine Damen und Herren. Wir können einen Großteil nicht bilden oder ausbilden. Die Digitalisierung eliminiert zusätzlich viele unkomplizierte Arbeiten im Niedriglohnsektor. Und was sollen diese Menschen denn dann hier arbeiten, selbst wenn sie das wollen? Bitte erklären Sie das dem deutschen Steuerzahler! Und: Worin liegt denn die Motivation für junge Leute im Sinne der Generationengerechtigkeit, eine Ausbildung überhaupt erst zu beginnen, geschweige denn abzuschließen und lebenslänglich zu arbeiten? Zukunftsängste, Weltuntergangsstimmung, welthöchste Steuern und Abgabenzahlen, drohende Enteignungen von Familienimmobilien, Wohlstandsvernichtung, arbeiten bis 67 – all dies sind keine Anreize für junge Menschen, für sich selbst, für unsere Gesellschaft und für den Rest der Welt Leistung zu erbringen. Meine Damen und Herren, das christliche Pfingstfest steht bevor. Der Geist Gottes möge Sie erreichen und Ihnen Erkenntnis bringen. Vielen Dank.